Dietrich RAUS!

Es reicht

Eigentlich müsste das unser Präsident ja bereits kennen von seinem Engagement bei Stuttgart 21: BITTE ZURÜCKTRETEN! 

Es reicht. Im April schrieb das Fachmagazin kicker, dass  Wolfgang D. nach wie vor an Quattrex beteiligt ist, trotz anderslautender Versprechen und Aussagen. Und dort sagenhafte 2,87 Millionen Euro verdient. Beziehungsweise dessen Sohn als Geschäftsführer der Quattrex:

Die Geschäfte mit den Köpenickern beispielsweise laufen prächtig. So rechneten die Fonds-Manager zum Stichtag 31. Dezember 2017 bei dem Union-Investment mit einer künftigen Rendite von 9,4 Prozent. 2026 ist die Rückzahlung fällig. Läuft alles nach Plan, hätte der Fonds nach zehn Jahren aus 6,3 über 14,5 Millionen Euro gemacht. Alleine aus dem Deal mit Union, wie Stuttgart selbst ein heißer Kandidat für die Relegation, würde dies 2,87 Millionen Euro bedeuten für die Quattrex Finance GmbH, an der Dietrich mittelbar über die VMM beteiligt ist.

Erstaunliche Parallelen zeigen sich auf im Verhalten als Sprecher von Stuttgart 21 und als VfB-Präsident, das schreibt jedenfalls die Stuttgarter Zeitung im September 2016:

Tatsächlich wurde Dietrich von S-21-Projektkritikern vorgeworfen, einseitig Bahninteressen verfolgt, die Gegner nicht ernst genommen, bauliche Nachteile geleugnet und Probleme mit Kosten- und Zeitplänen erst veröffentlicht zu haben, wenn sie nicht mehr zu verheimlichen gewesen seien. 

Wahrheit scheibchenweise rausrücken, nur zugeben, was nicht mehr zu leugnen ist. Das klingt frappierend nach der Kommunikation zu Quattrex... 

So kritisch wie seine Sprecherfunktion sieht das „CC“ auch Dietrichs Firmengeflecht, das sich auch mit der Darlehensvergabe an Fußballclubs beschäftigt – unter anderen an direkte VfB-Konkurrenten. „Ohne die Quattrex Sports AG wäre Heidenheim nicht in der zweiten Liga“, sagt etwa der VfB-Rechtsanwalt Jan Räker über den Freitagsgegner. Dietrich hat laut Verein betont, aus Geschäftsführung und Aufsichtsrat ausgeschieden und die Verantwortung an den Sohn weitergegeben zu haben. Eine Anfrage an den VfB zu den Eigentumsverhältnissen der Quattrex Sports AG ergab aber, dass Dietrich noch Minderheitsgesellschafter ist. Das sei aber unschädlich, so Räker. Die Veräußerung seiner Anteile lehne Dietrich derzeit aus steuerlichen Gründen noch ab.

Auch die Übergabe an seinen Sohn sieht das CC 2016 kritisch - und ist damit völlig d'accord zu mir. 

Es drehe sich beim VfB wieder alles um Transparenz und Vertrauen, erklärt das „CC“, das die Firmengruppe für „undurchsichtig“ hält. Ein mittelbarer Einfluss von Dietrich auf seinen Sohn sei nicht auszuschließen

Auch die STZ sieht das bereits 2016 mehr als kritisch:

Was würde der Vater wohl antworten, wenn der Sohn sich in einer zwiespältigen Situation an den VfB-Präsidenten wandte? Man stelle sich vor: In der Winterpause haben sowohl der VfB als auch der Quattrex-Club Union Berlin gute Aussichten am Ende der Saison Aufstiegsplatz zwei in der zweiten Liga zu erreichen. Union Berlin fragt bei der Quattrex Sports AG um eine Erhöhung des Darlehens an, um einen Stürmer zu verpflichten, der die Chancen auf den Aufstieg deutlich verbessern würde. Was antwortet da der VfB-Präsident?

Interessenskonflikte kann Dietrich nicht leugnen

Und die Installation von Reschke durch Dietrich klingt irgendwie ebenfalls sehr vertraut:

Ehemaliger Kickers-Präsident: „Herr Dietrich duldet keinen Widerspruch“

Keine Überraschung also, dass die Quattrex Sports AG beziehungsweise das Tochterunternehmen QLD Ballsport GmbH im Verdacht stand und steht, massiv Vereinspolitik zu betreiben. „Das ist absoluter Quatsch. Da fragen Sie doch am besten den Präsidenten der Kickers, ob sich die Quattrex in die Vereinspolitik eingemischt hat“, sagt Dietrich. Es wurde nachgefragt – allerdings nicht beim aktuellen Präsidenten Rainer Lorz, sondern bei dessen Vorgänger. Edgar Kurz hatte den Vertrag 2010 mit der Quattrex Sports AG abgeschlossen und würde das heute nicht mehr tun. „Herr Dietrich hat sich massiv eingemischt und uns Michael Zeyer als Sportdirektor aufs Auge gedrückt“, sagt Kurz, der sein Amt Ende 2011 frustriert niederlegte. Danach mussten der gerade zum Trainer des Jahres 2016 gewählte Dirk Schuster, Geschäftsführer Jens Zimmermann sowie der Berater Guido Buchwald den Verein verlassen. „Herr Dietrich duldet keinen Widerspruch“, sagt Kurz.

Der SWR spricht daher auch im Vorfeld des Relegationsrückspiels von einem Gschmäckle:

Formaljuristisch mag es also spätestens seit der Änderung im Handelsregister vom 14. Mai stimmen, dass Wolfgang Dietrich nicht mehr vom Sieg oder einer Niederlage eines Fußballvereins profitiert. Denkbar ist am Montag trotzdem folgendes Szenario im Hause Dietrich: Union Berlin hat den VfB Stuttgart in der Relegation besiegt, den Bundesliga-Aufstieg geschafft und die Schwaben in die Zweite Bundesliga geschossen. Der Vater, VfB-Präsident Wolfgang Dietrich, ist wohl untröstlich. Trotz Personalinvestitionen in Millionenhöhe muss sein Klub nach 2016 erneut den Gang in die Zweite Liga antreten. Sohn Christoph dagegen wird finanziell profitieren. Denn durch den Aufstieg von Union Berlin steigen mit dem Deal die Einnahmen für Quattrex. Und Christoph Dietrich ist mit 50 Prozent an der Quattrex Finance GmbH beteiligt.

Dieses Relegationsspiel hat einen faden Beigeschmack. Auf Schwäbisch: ein Gschmäckle.

Auch "nett"... Der Präsident behauptet im gleichen Zitat, nicht mehr zu profitieren, aber Gewinnausschüttungen stünden im (sic!) zu... Also was jetzt? Profitiert er durch die Ausschüttungen? Oder nicht, dann dürfte er die Gelder nicht annehmen. 

„Von einem Interessenskonflikt kann auch deshalb keine Rede sein, weil ich ausschließlich von Verträgen, die vor meiner Amtszeit als VfB-Präsident zwischen 2014 und 2016 mit den betreffenden Vereinen abgeschlossen wurden, profitiere.“ Damals vereinbarte Ausschüttungen stünden im zu, sollten Erträge anfallen.

Der Tagesspiegel sind es ebenfalls im Vorfeld des Relegationsspiels sehr kritisch, was Wolfgang D. mit seinen Investments bei Union gemacht hat:

„Ich partizipiere in keiner Form finanziell an irgendwelchen Erfolgen deutscher Klubs“, sagte Dietrich gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ am Montag. Rein juristisch betrachtet könnte das sogar stimmen. Es wirft allerdings kein gutes Licht auf den Fußball, wenn der Verdacht mitschwingt, dass es genauso gut auch anders sein könnte. Ein Gschmäckle nennt der Schwabe dies. Ein solches verstärkt sich, wenn man weiß, wer noch an der Quattrex Finance GmbH beteiligt ist: Christoph Albert Wilhelm Dietrich, Sohn des VfB-Präsidenten. Es geht um viel. Gerade im Hause Dietrich.

Abschließend noch ein paar Zitate vom Blog vertikalpass:

Im Fußball werden sie geliebt, die Fummler, Dribbler, Trickser und Schnickser. Ihr Geschäft sind die Übersteiger und die Hackentricks, das Tarnen und Täuschen, das ins Leere laufen lassen des Gegners. Sie sind die Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Die Zauberer auf dem Spielfeld. Der VfB-Präsident Wolfgang Dietrich ist auch so einer, nur kann seine Beliebtheit mit Spielern wie Leroy Sané, Kingsley Coman, Ante Rebic oder Jadon Sancho nicht mithalten. Und die Recherchen des kicker rund um sein Quattrex-Firmengeflecht haben sein Image auch nicht gerade positiv verändert. Völlig unverständlich, denn seine Kabinettstückchen sind weitaus komplizierter als die der zuvor erwähnten Rasenartisten.

Wolfgang Dietrich übt das Amt des Präsidenten beim VfB Stuttgart ehrenamtlich aus und es ist nichts dagegen zu sagen, dass der 70-jährige Geld verdienen möchte. Aber ausgerechnet durch Geschäfte mit anderen Vereinen des Profi-Fußballs, die schneller als erwartet (wieder) zu direkten Konkurrenten werden können? Hätten es nicht Immobilien, Bratwürste oder ein Küchenstudio sein können? Dass er in seiner Beteiligung (ohne operativ tätig zu sein) an den Quattrex-Firmen bzw. -Gewinnen kein Problem sieht und sich wundert, dass so viel Aufregung darüber entsteht, sagt einiges über seine Einstellung aus. Das wäre so, als wenn ein Herz-Chirurg nebenher noch ein Bestattungsunternehmen führen würde und über die Entrüstung darüber erstaunt wäre. Offensichtlich stellt Dietrich seine finanziellen Vorteile über einen integren und zweifelsfreien Wettbewerb und sieht in seinem Finanz-Engagement keine Interessenkonflikte mit seinem Amt als Präsident des Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V. und Aufsichtsratsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG.

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